2025
flächig und linear
Jahr: 2025
Auftrag: Farbkonzept aussen und innen
Architektur: Wirz Architekt:innen, Zürich
flächig und linear
Zwei genossenschaftlich verwaltete Mehrfamilienhäuser werden in zwei Etappen umfassend saniert. Durch das neue Geschoss, die zusätzliche Fensterteilung und die hofseitig erweiterten Balkone bekommt das traditionelle Giebelhaus eine neue Identität. Das Farbkonzept reagiert auf diese Transformation mit einer neuen Farbgebung. Die Fassade nimmt sich farblich zurück und wird so zum Scharnier zwischen der unterschiedlichen Nachbarschaft auf Strassen- und Gartenseite. Der warmtonige Grundton gibt den bunten Fenstern und Geländern genügend Raum, als lineare Akzente den Bestand sanft mit den neuen Elementen zu verweben. Das sich – nach Fertigstellung der zweiten Etappe – über beide Gebäude ziehende Feldermuster überspielt die vertikale Symmetrie der Fassaden und verbindet die beiden Häuser zu einem neuen Ganzen. Im Innern suchten wir mit der Farb- und Materialwahl nach einer freundlichen, luftigen Stimmung für die vorgefundenen Raumstrukturen. Im Treppenhaus wird der Blick auf das leuchtend rot gestrichene Treppengeländer sowie den neuen Plattenschild und die Wohnungstüren gelenkt. Das Kobaltgrün der Türen wird in den Wohnungen mit dem übereck aufgelösten Eingangsbereich weitergeführt und findet in den Bädern eine farbliche Fortsetzung. Ein heller, durchgehender Linoleumboden bildet die Basis für ineinanderfliessende Raumstrukturen. Das in einer feineren Nuance nach innen gezogene Rot für die inneren Fensterumrahmungen entspannt die konstruktionsbedingt tiefen Fensterleibungen in den Obergeschossen, im neuen Attikageschoss wird es als Fensterfarbe eingesetzt.
2025
Streifen am Horizont
Jahr: 2025
Auftrag: Farbkonzept aussen und innen / Beratung Inneneinrichtung und Textilien
Architektur: Wirz Architekt:innen, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich
Streifen am Horizont
Für ein 1954 erbautes Einfamilienhaus mit grossem Garten und imposantem Blick auf den See wurde ein tiefgreifender Umbau geplant, um das Gebäude auf eine nächste Generation vorzubereiten. Der bestehende Grundriss im Erdgeschoss mit Garage, Vorbau und auskragendem Bibliothekszimmer zum Garten wurde beibehalten, das Obergeschoss wurde ersetzt und bekam mit Dachgarten und Lift einen neuen Abschluss. Wir suchten für das heterogene Fassadenbild einen sanften Ausdruck über die Farben. Der durchgefärbte Kalkputz in einem warmen, weichen Grauton fasst die gesamte Fassade und nimmt zwei gedämpfte Bunttöne auf, ein mildes Porphyrrot für die Fenster und ein leichtes Stahlbau für die Balkongeländer, das sich eben genug von der feuerverzinkten Metallkonstruktion abhebt, um eigenständig zu bleiben. Mit dem blaugrauen Anstrich im nordwestseitigen Eingangsbereich wird die Volumetrie der Fassade gefasst und gleichzeitig die Wetterseite zusätzlich geschützt. Im Innern empfängt ein Entree mit farbiger Decke die beiden Wohnbereiche – und ebenso der kräftige Terrazzo, der sich über beide Geschosse durch das ganze Haus zieht und so zu einem prägenden und verbindenden Element wird. Während im Erdgeschoss die grossen Farben im Garten zu finden sind, zieht im oberen Geschoss die gelb-weiss gestreifte Decke den Blick auf sich. Die breiten aufgemalten Streifen überspielen die glatte Putzdecke, die wegen der Deckenheizung vorgegeben war. Gleichzeitig staffeln sie die längs ausgerichtete, sich zum Garten öffnende Geschosshälfte mit Wohnhalle und Bad in die Tiefe. Auf der Rückseite schieben sich dunkle Scheiben zwischen die Stahlträger und definieren die drei Zimmer mit unterschiedlichen Nutzungen.
2022
Farb-Scheiben
Jahr: 2022
Auftrag: Farbkonzept innen
Auftraggeberin: Suter Zotti AG
Farb-Scheiben
Grundsätzlich teilt sich die Bürofläche in Eingangsbereich, Grossraumbüro (Empfang), Korridor und die verschiedenen einzelnen Büros auf. Der Vorschlag basiert darauf, einzelne Wände im Bereich von Eingang, Empfang und Erschliessung als farbige Flächen hervorzuheben. Durch die starkbunten Wandscheiben zwischen den weissen Wänden wird die klare Lesart der drei Raumteile aufgebrochen und es entsteht eine Mehrdeutigkeit der räumlichen Situation: Ein dunkles, tiefes Blau trifft im Korridor auf ein leichtes Grün und ein feines Grau. Dieses wiederum trifft das Blau beim Empfang erneut, dieses Mal zusammen mit dem warmen, bunten Orangerot im Eingangsbereich. Nach einiger Zeit wurde auf dem gleichen Stockwerk das gegenüberliegende Büro dazugemietet. Wir entschieden uns, das bestehende Farbkonzept aufzunehmen und gleichzeitig um eine Farbnuance zu erweitern. Ein dunkles, warmtoniges Rot begleitet nun das bunte Orangerot beim Empfang. Mit dem feinen Grauton im Korridor wurde auf die räumlich leicht unterschiedliche Situation reagiert.
2021
Vielfalt fassen
Jahr: 2021
Auftrag: Farbkonzept innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Restaurierung: Läuchli Konservierung Restaurierung GmbH, Wallisellen /
Fischer Restaurierung GmbH, Dalin
Fotografie: Hannes Henz, Zürich
Vielfalt fassen
Der Ursprungsbau des heute unter Schutz stehenden Wohn- und Geschäftshauses in Pfäffikon datiert in das Jahr 1824. Bei einem ersten tiefgreifenden Umbau 1921 wich der ursprünglich klassizistische Ausdruck einer Architektursprache, die sich in den Stil der Reformarchitektur einreihen lässt und bis heute weitgehend erhalten ist. Das Gebäude wird nun zu einem Mehrgenerationenhaus umgebaut. Bei der Planung gab es immer wieder abzuwägen, wie mit der Komplexität des über zwei Jahrhunderte gewachsenen Hauses umgegangen werden soll und wie der historisch wertvolle, stark prägende Bestand in die neuen Wohnungen integriert werden kann. Das Farb- und Materialkonzept reagiert darauf mit dem Einsatz einiger weniger Farben, die sich über das ganze Haus verteilen. Für die Zimmer und Bäder wurden helle, feine Töne gewählt, bei den zum Teil mit dem Bestand verwobenen Erschliessungen kommen etwas kräftigere Töne vor. Die historischen Zimmer wurden an einigen Stellen mit feinen Interventionen etwas besänftigt. So gesellt sich etwa zum bewegten Marmor im ehemaligen Laden ein luftiger Grauton an den Wänden, in der Jägerstube nimmt ein hervortretendes Putzstück die Farbe des Ofens an und eine Kassettendecke wird temporär befreit.
2019
Überraschendes Zusammenspiel
Jahr: 2019
Auftrag: Farbkonzept Wohnung
Auftraggeberin: Stiftung PWG, Zürich
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich
Überraschendes Zusammenspiel
Ein Gewerberaum in einem Mehrfamilienhaus wird für die zukünftige Nutzung als Wohnraum für eine Wohngemeinschaft umgebaut. Konzeptionell wird versucht, mit einer Farbpalette verschiedener, teilweise recht kräftiger Bunttöne den heterogenen Bestand zu fassen und mit den neuen Elementen zu verbinden. Die vorgefundenen Zimmerböden wurden wo möglich beibehalten bzw. durch einen hellen Riemenboden ersetzt. Im gemeinschaftlich genutzten Teil wird ein kräftiger roter Klinkerboden verlegt. Dieser klassischen Farbigkeit der Bodenbeläge werden nun vier eher überraschende Bunttöne gegenübergestellt: ein helles und buntes Orange für den Wandschrank, ein klarer, heller Blauton für die Zimmertüren und eine dunklere Nuance davon für die Türen der gemeinschaftlich genutzten Räume, ein dunkler, kräftiger Grünton für Wandschild und Badplatten sowie ein minziger Grünton für die Wand in der Küche.