Sanierung und Erweiterung Mehrfamilienhaus, Zürich

2020

Beton und Putz

Jahr: 2020

Auftrag: Farbkonzept aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Beton und Putz

Die bestehende Fassade ist geprägt durch eine komplexe Volumetrie mit verschiedenen Vor- und Rücksprüngen über alle vier Seiten sowie eine expressive Balkonschicht in Sichtbeton. Diese bleibt bestehen, während die Putzfassade über einen groben Spritzputz, der bis in die Fensterlaibungen gezogen wird, einen neuen Ausdruck erhält. Der neue Farbton bewegt sich zwischen Rot, Grau und ein wenig Ocker. Er wurde über verschiedene Handmuster erarbeitet mit der Absicht, das vielschichtige Gebäude mit den vorgehängten Betonelementen über einen kräftigen, intensiven Farbton als gefügtes Ganzes zu lesen. In den neu geordneten Wohnungen vermitteln wenige, teils kräftige Farben zwischen Alt und Neu. Für die Abschlüsse von Küchen und Bädern wird ein dunkler, kräftiger Buntton eingesetzt. Derselbe Ton wird auch für die Flügeltüren verwendet bei denjenigen Wohnungen, die um eine lange Wohn- und Arbeitshalle erweitert wurden. Die anderen Türen in einem feinen Blaugrau nähern sich farblich den Fenstern und Schiebetüren, die sich nur mehr über den Kontrast von den weissen Wänden unterscheiden.

Fassadensanierung Wohnsiedlung, Zürich

2019

Ordnen mit Farbe

Jahr: 2019

Auftrag: Farbberatung aussen
Auftraggeberin: BAHOGE Wohnbaugenossenschaft, Zürich

Ordnen mit Farbe

Die Wohnbauten einer Wohnsiedlung in Hirzenbach sollen neu gestrichen werden. Die bestehenden Fassaden werden geprägt durch die vorgehängten braunockrigen Zementplatten mit einer putzähnlichen Oberflächenstruktur. Die Betonelemente der Balkonschicht sind mit demselben Farbton überstrichen, ebenso die ursprünglich ein Flachdach abschliessenden Dachuntersichten. Für das neue Farbkonzept wurden verschiedene Möglichkeiten gesucht, wie die einzelnen Elemente in Beziehung zueinander gesetzt werden können. Die Wahl fiel schliesslich auf eine Lösung, bei der die vertikale Betonkonstruktion als Element von der übrigen Fassade abgesetzt wird. Dadurch wird die der Fassade innewohnende skulpturale Ausformulierung betont. Im gleichen Ton wird die leicht konische, auskragende Dachuntersicht gestrichen. Die erwünschte neue Dynamik wird durch den dunklen Sockel unterstützt, auf dem die Fassade nun leicht schwebt. Die drei Grautöne wurden über Handmuster festgelegt, dabei war die Abstimmung der Kontraste zueinander eine wichtige Herausforderung. Durch die zurückhaltende Farbigkeit konnten zudem die kräftigen dunkelbraunen Metallfenster erhalten werden. Zwischen den feinen Grautönen und den hellen grünen Stoffmarkisen erhalten sie eine neue Präsenz.

Umbau und Erweiterung Mehrfamilienhaus, Zürich

2019

Farbe und Raum

Jahr: 2019

Auftrag: Farbberatung aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe und Raum

Für die eine Hälfte eines Doppelmehrfamilienhauses in Zürich Wollishofen waren eine Fassadensanierung mit Aufstockung sowie der Ausbau eines bestehenden Anbaus im EG geplant. Mit dem neuen Attikageschoss und den minimalen Veränderungen an den bestehenden Öffnungen wird die Autonomie der zuvor über ein gemeinsames Satteldach verbundenen Gebäudehälfte erhöht. Konzeptionell sollte das neue alte Haus über einen einfachen Putz und eine einfache Farbe verortet werden. Das gebrochene Weiss wurde sowohl für den Putz als auch – in einer leicht dunkleren Nuance – für die Wellblechverkleidungen verwendet. Eine subtile Bereicherung erhält die Fassade mit dem reinsilikatischen Anstrichsystem, durch das sie sehr differenziert auf die unterschiedlichen Lichteinfälle reagiert. Das Spiel mit dem Licht findet seine Fortsetzung bei den Blechverkleidungen im Attikageschoss. Die kräftigen oxidroten Balkongeländer werden für eine zusätzliche Lesart der Fassade eingeführt. Für die beiden neuen Wohnungen war die Farbgebung sehr eng mit den entwerferischen Absichten der Architekten verbunden. Mithilfe von Modellen wurden die Entwurfsideen und verschiedene, für deren Umsetzung denkbare Farbverbindungen beobachtet und überprüft. Zwei für beide Wohnungen wichtige und prägende Farb- und Materialentscheide flossen schon zu einem frühen Zeitpunkt in die Überlegungen mit ein: der schwarze, leicht glänzende Gussaspahltboden mit seiner rohen und nicht perfekten Oberfläche sowie die bei bestimmten Räumen eingesetzte Deckenverkleidung mit Seekieferplatten. Der vorspringende, pavillonartige Anbau wird zur Eingangshalle der neuen Wohnung im EG. Durch eine petrolfarbene, schmale Wandscheibe wird die Halle unterteilt. Dieser «Paravent» schafft einerseits die Verbindung zwischen innen und aussen, indem er den Essbereich im Innern mit dem privaten Gartensitzplatz bis hin zur bepflanzten Aussenmauer fasst. Andererseits definiert er im hinteren Teil des Raums den Küchenbereich und verweist gleichzeitig in den grossen Wohnraum mit den angrenzenden Zimmern auf der einen und dem «Bad im Schrank» auf der anderen Seite. Der schwarze Boden, umgeben von den mineralisch weissen Wänden und Decken, nimmt das hier auftreffende Tageslicht grosszügig auf. Die drei blauen Türen öffnen die Zimmer und verweisen auf die zweite kräftige Farbe in der Eingangshalle. Das Thema des Pavillons wird bei der Attikawohnung nochmals aufgenommen, ebenso die Verbindung vom Innen- zum Aussenraum. Die Wohnung wird hierzu als zwei «Pavillons» gedacht, die Verschränkung von innen und aussen über einen Wechsel des Bodenbelags und eine feine farbliche Auszeichnung des nach beiden Seiten sich öffnenden schmalen Zwischenraums erreicht. Die Küche findet Platz im Durchgang, Wände und Decke nehmen deren dunkle Farbe auf. Die beiden grösseren (Wohn-)Räume wurden gewichtet, indem die Decken mit Seekiefer verkleidet und je eine Wand mit schmalen Holzleisten gegliedert und mit einem feinen Grün- bzw. Blauton gestrichen wurde.

Neubau Wohnbebauung, Zürich

2017

Rot und Grün

Jahr: 2017

Auftrag: Farbberatung aussen
Architektur: SPPA Architekten AG, Zürich
Fotografie: Roger Frei, Zürich

Rot und Grün

Das von den Architekten bereits erstellte Farbkonzept sah für die beiden Mehrfamilienhäuser am Rande von Zürich ein grünes und ein rotes Gebäude vor. Ich wurde beigezogen, um die definitiven Nuancen der beiden Wohnbauten zu erarbeiten. Zu Beginn wurden für beide Farbtöne verschiedene Musterserien erstellt, in denen Helligkeit, Buntanteil und verschiedene Farbnuancen für das Rot und das Grün getestet wurden. Beim Vergleichen der verschiedenen Blätter stellte sich heraus, dass in Verbindung mit dem mineralischen, groben Negativputz nach eher kühleren und nicht zu bunten Nuancen weitergesucht werden sollte. Als verbindendes Element der unterschiedlichen Farbfamilien sollten das Grün und das Rot einen ähnlichen Bunt- bzw. Helligkeitswert haben. Bei den nächsten Musterserien wurden die beiden Farben immer im Paar gestestet. Besonders beim Rot mussten die verschiedenen Pigmentanteile genauestens abgestimmt werden, um den gewünschten mineralischen Ausdruck des Farbtons zu finden. Aus den sich mittlerweile immer stärker annähernden Musterpaaren wurde nach weiteren Tests unter verschiedenen Lichtsituationen schliesslich eines ausgewählt, das dann vom Farbenhersteller nachgemischt wurde und auf einem Putzmuster nochmals überprüft werden konnte. Durch die Verwendung einer zweikomponentigen reinen Silikatfarbe wird der mineralische Ausdruck zusätzlich verstärkt. Bei den Treppenhäusern erscheint der jeweilige Farbton der Nachbarfassade noch einmal als Lasur auf Sichtbeton.

Umbau Doppeleinfamilienhaus, Jona SG

2016

Farbe und Bestand

Jahr: 2016

Auftrag: Farbberatung aussen und innen
Architektur: Wirz Architekten, Zürich
Fotografie: Hannes Henz, Zürich

Farbe und Bestand

Bei der Sanierung eines Doppelhauses wurde die Fassadenfarbe so gewählt, dass sie sich vom Nachbargebäude über den Buntanteil unterscheidet, nicht aber in der Farbrichtung. Die Nähe zum angrenzenden Gebäude bleibt so durch den leichten Ockeranteil im Fassadenton wahrnehmbar. Auch beim neuen Garagentor wurde wie bei der Fassade der Farbton leicht in eine etwas kühlere Nuance verschoben. Für den neuen Eingangsbereich wurde ein Farbton gesucht, der die Wahrnehmung der horizontalen Fassadengliederung weiterführen sollte. Im Innern wurde die bestehende lasierte Holzdecke im EG belassen bzw. ergänzt wo nötig. Neu wurde über das ganze Geschoss ein heller Natursteinboden verlegt und die umlaufenden Fensterbänke wurden durch einen dunklen, glänzenden Farbton nobilitiert. Im OG wurde der bestehende Balkon erweitert zu einem übereck verglasten Jahreszeitenzimmer mit Blick in die Landschaft und zum See. Die Lärchendecke und der rote Plattenboden werden gehalten von dunklen Fenstereinfassungen, die den schönen Ausblick rahmen. Die Wände inkl. (Schiebe-)Türen werden mit Stramin überzogen und in einem feinen abgetönten Weiss gestrichen, das über den Farbton und über die Textur eine Beziehung schafft zwischen Innenraum und der angrenzenden Fassade.